Die heurige Aufführung des Stücks „Verschwörung der Frauen“ stellte sich wieder einmal als vielseitig inspiriertes und gestaltetes Gesamtkunstwerk dar, das das Publikum auf ebenso vielseitige Weise ansprechen, unterhalten und zum Nachdenken anregen konnte.
Die heurige Aufführung des Stücks „Verschwörung der Frauen“ stellte sich wieder einmal als vielseitig inspiriertes und gestaltetes Gesamtkunstwerk dar, das das Publikum auf ebenso vielseitige Weise ansprechen, unterhalten und zum Nachdenken anregen konnte.
Es ist wie mit einem Bilderbuch: Je nach persönlichem Schatz an Erfahrungen und Wahrnehmungsbereitschaft wird man eingeladen, die bedeutungsvoll erscheinenden Bilder und Szenen für sich zu entdecken und etwas in sich „zum Klingen zu bringen“. Tiefgründigere Kenntnis der griechischen Mythologie kann bei diesem Stück hilfreich sein, ohne diese Kenntnis wird die eigene Wahrnehmung wahrscheinlich andere Wege gehen und dafür andere Entdeckungen bereithalten – dies ist die Stärke sowohl des Stücks als auch der Inszenierung.
Den aufführenden SchülerInnen und Schülern der ganz unterschiedlichen Altersstufen – auch dieses große Spektrum ist ein großer Reiz der Aufführung – ist die Freude am Spiel deutlich anzumerken: Es wird spürbar, dass sie im Entstehungsprozess des Gesamtkunstwerks sowohl wertvolle Erfahrungen für sich selbst machen durften, sich also „probieren durften“, als auch, dass sie sich bei der Gestaltung der einzelnen Szenen miteinbringen konnten und auf diese Weise Teil des Stücks wurden.
Viele sowohl zeitlose Themen wie das Einfügen in und Hinterfragen von Geschlechterrollen als auch Bezugnahme auf aktuelle Phänomene ziehen sich durch das Stück: einfühlsame Szenen wie die Annäherung von Artemis und Odysseus wechseln mit originellen Darstellungen der kollektiven meditativen Versenkung der Lotophagen (“Spürt ihr es…?“) und der spektakulären Präsentation der eingetroffenen Männer aus Ithaka auf dem Laufsteg – immer wieder musikalisch untermalt von Impros auf der E-Gitarre.
Kurzweilig, unterhaltsam, anregend, hintergründig – ein Theatererlebnis, das auch schulfremdes Publikum (wie zum Beispiel Teile meiner Familie) locken kann!
Prof. Peham
Wie jedes Jahr haben wir als Theatergruppe ein großes Stück gespielt, dieses Mal eine Komödie, geschrieben von Herr Professor Thorwartl. In dem feministischen Stück „Die Verschwörung der Frauen“ ging es, auf der Grundlage der Odyssee, um das Spielen mit unterschiedlichen Geschlechterrollen.
Es war mein letztes Theaterstück als Schülerin am Sacré Coeur und ich war froh darüber, was für eine gute Gemeinschaft wir alle gebildet hatten. Über die Jahre war es für mich immer schön zu sehen, wie man als Gruppe zusammenwächst und plötzlich war ich selbst eine der Ältesten. Eine ganze neue Erfahrung: nicht mehr zu anderen Schüler*innen hochzublicken, sondern die Talente bei den jüngeren zu entdecken.
Als Kallisto, Freundin der Artemis, durfte ich die Rolle einer Männerhasserin spielen und mich damit in einen Charakter einleben, den ich normalerweise im Alltag nicht verkörpern würde. Genau deshalb hat es mir so viel Spaß gemacht und ich habe auch gemerkt, wie sehr das allen anderen gefallen hat. Wir wurden von unseren Professor*innen nicht nur schauspielerisch, sondern auch menschlich unterstützt, wofür ich sehr dankbar bin. Schade, dass es hier für mich nun aufhört, aber ich wünsche dem Darstellenden Spiel noch viele weitere Stücke.
Johanna Rainer, 8A
Zum Inhalt: Odysseus und seine Freunde durchpflügen die Meere – und stolpern durchs Leben. Verwüsten Troja. Geraten in die Fänge einer Wellness-Sekte. Werden in der Höhle eines Monsters beinahe aufgefressen. Und immer wieder prallt der umherirrende Männertrupp auf das andere Geschlecht.
Odysseus ahnt nicht, dass er und seine Gefährten Teil eines Spiels sind. Denn Aphrodite und Artemis wollen ihrer Schwester Pallas Athene einen Denkzettel verpassen.
Als sich die beiden mit Penelope zusammentun, die mit der Aussicht, zwanzig Jahre ohne Odysseus auskommen zu müssen, einem Rundumschlag gegen die Männerwelt Ithakas zustimmt, taucht die folgenschwere Frage auf: Wozu braucht man eigentlich Männer?
Prof. Thorwartl
Es wirken mit: FRAUENBERGER Anna, MEYER Viola, OLIKARA Naysa, WINKLHOFER Svea, KÖHLER Rosa, TREIPL Marlene, BEREZOVSKAYAPolina, KÖPPEL Johanna, BARTZI Georgia, AGAYBY Ivana, LEE Subin, MACKINNON Vivian, MOSHUBER Paula, THALER Christopher, THALER Nicolas, SCHWARTZ Anina, MANDL Maja, DIESTLER-LEITGEB Balthasar, BABOURSKA Sophia, SCHMID Julia, MITTERMANN Maximilian, REINHART Johanna, WEINHENGST Marlene, REINHART Christoph, UHL Leonard, WOLF Lisa, HOFER Katharina, MACKINNON Harriet, STEGER Anna Maria, RAINER Ink, PYRLIK Roksana, VASIC Hana, KOLLER Kevin. In Gastrollen: CROY Emmanuel, SCHUCH Carl Constantin, ESSL Lauritz, NEURATHNER Karol, KIANG David.
Regie: Eszter Ambrosi, Lidia Galuszka, Kevin Koller, Susanne Klauzer, Benedikt Kernjak, Marianne Eder, Alexander Thorwartl
Gitarre: Clemens Gruber
Licht und Technik: Matthias Leeb, Ferdinand Siegl
Pussy-Hats: Peter Krauthaufer
Schiffe: Thomas Brachinger
Knochen: Walter Thorwartl
Weitere Fotos der Vorstellung finden Sie hier.