Marie Anic, 1C

Hilfe, bei mir wohnt ein Flüchtling!

Weil es immer mehr Kriege auf der Welt gibt, sind derzeit über 60 Millionen Menschen auf
der Flucht. Diese Menschen mussten ihr Land verlassen, weil es dort nicht mehr sicher ist.
Oft gibt es nichts mehr zu essen. Ärzte, Schulen und Kindergärten arbeiten nicht und es gibt
nur selten Strom und Wasser. Die Menschen schießen aufeinander und es fallen Bomben.
Deswegen wollen sie unbedingt nach Europa, doch wir wollen sie nicht. Sie sind anders als
wir, sie kosten uns Geld und ihre Religion macht uns Angst.

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Nicholas Ogris-Grascher, 1C

Augen auf!

Auf der Erde wird’s zu heiß,
die Uhr tickt,
es schmilzt das Eis.
Der Eisbär ist in großer Not,
gefährdet durch den Klimatod.

Die Tiere rennen, die Bäume brennen,
die niedrigen, die hoh’n,
wir müssen diese Brände stoppen,
die grüne Lunge hustet schon.

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Julia Schmid, 2CE

BEWEGT

Ich stehe steif.
Ich habe Angst, mich zu bewegen.
Ich könnte fallen.
Ich könnte alles verlieren.
Ich könnte alles gewinnen.
Es ist ein Risiko.
Ein Schritt in das Unbekannte.
Ich schließe die Augen.

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Alexa Prangl, 3E

Sonnenuntergang

„Nein… Nein… Nein… Das kann doch nicht sein! Nicht schon wieder mein Handy verloren! Meine
Eltern werden mich umbringen!“, schießt es mir durch den Kopf. Lustlos kicke ich mir einen kleinen
Stein aus dem Weg. „Wenn sie überhaupt Zeit dazu haben…“, korrigiere ich mich und lache freudlos.
„Charlotte, du kannst doch nicht so mit unserem hartverdienten Geld umgehen“, genau das sagten sie
das letzte Mal und werden es definitiv wieder tun. Eine salzige Träne rinnt über meine Wange.
Schnell wische ich sie weg. Für eine Memme ist in dieser erfolgsorientierten Welt schließlich kein
Platz.

Noch nie war mir der Schulweg so lang vorgekommen. Als meine Beine zu schmerzen beginnen,
wage ich einen Blick auf meine Armbanduhr. Es ist schon 17:59 Uhr, zwei Stunden nach Schulschluss.

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Merlind Raible, 3E

Was bewegt

Schon als kleines Kind erzählte mein Vater mir Geschichten.
Bis er verschwand.
Wie meine Mutter.
Ich weinte.
Tage.
Nächte.
Seitdem lebe ich bei meiner Tante.
Eines Tages schickt sie mich.
Ich soll Brot vom Bäcker holen.
Fünf Mark gibt sie mir.
„Dass du mir ja nicht zu lange dortbleibst!“, sagt Tante.
„Und keine Bummeleien!“
Ihr Blick ist kalt.

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Sophie Kroiss, 4C

Von Flammen gezeichnet

Ich schaue zum letzten Mal über die Schulter, bevor ich mit meinem Bruder in die Ferne ziehe, um ein
neues Leben zu beginnen, und versuche, den Blick meiner Mutter einzufangen. Doch ihr Gesicht ist nur
noch ein dunkler Schatten. Ich versuche sie zu erreichen, aber sie verschwindet vor meinen Augen.

Schweißgebadet wache ich auf und merke sofort, dass etwas nicht stimmt. Mich umgibt eine
unerträgliche Hitze und das Atmen fällt mir schwer. Schnell blicke ich mich um, doch das Einzige, was
ich sehe, sind dunkle Rauchschwaden. „Cody, steh auf, wir müssen hier weg!“ Ich warte erst gar
nicht, bis mein kleiner Bruder wach ist, sondern zerre ihn mit mir mit. Plötzlich erinnere ich mich,
dass mir meine Mutter von den Waldbränden erzählt hat, die ganzen Reviere zerstört haben.

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Johanna Rossoll, 5CE

Einschränkungen in der Freiheit

Ich öffne meine Augen und blicke in ein kaltes, blaues Augenpaar. Das Augenpaar
starrt mich unbewegt an. Benommen stehe ich auf und drehe mich einmal um mich
selbst. Alles ist grau in grau, bis auf diese strahlend blauen Augen.
Der Raum, in dem ich mich befinde, ist scheinbar voll von Menschen, deren Blicke auf
mich gerichtet sind. Der Raum ist unendlich groß. Wände sind nicht vorhanden,
trotzdem gibt es keinen Himmel, das Licht ist ganz dumpf. Von der hohen Decke
scheinen Scheinwerfer auf all die Menschen, auch auf mich.
Ich blinzle mehrmals. Man kann sehen, dass die anderen Personen alle gleich
aussehen. Sie haben alle denselben Ausdruck und die gleichen blauen Augen. Sie
sind mir gefährlich nahe.
Ich hebe meine Hand, um nach den Menschen zu greifen. Sie fassen nach mir. Ich
zucke zurück. Sie weichen auch zurück. Das sind Spiegelbilder.

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Victoria Neschkudla, 6A

Bewegt

Stille. Trotz der Tatsache, dass die Welt um ihn herum so laut wie eine Blaskapelle ist, nimmt er
nichts anderes wahr als Stille. Er sitzt reglos auf seinem alten Schaukelstuhl und blickt in das matte
Grün, das noch Wochen zuvor sein ganzes Haus umgeben hatte. Er sieht hinauf zu den Vögeln, die
flügelschwingend in ein neues Reich davonfliegen. „Denn sie können es“, denkt er bei sich und sieht
ihnen hinterher. Der alte Mann fährt sich mit der Zunge über die Lippen, die langsam auszutrocknen
drohen. Es ist so unglaublich heiß. Er spürt es, spürt, wie die Welle näherkommt.

Mit dem Handrücken fährt er sich über die verschwitzte Stirn und blickt dann voller Wehmut auf die
alte Hand hinunter, die, übersät von Leberflecken, unnütz auf seinem Knie liegt. Was hat diese Hand
doch alles getan. Dieses Haus hat sie aufgebaut, Kinderhände lagen in ihr und auch die Hand seiner
sterbenden Frau hatte während ihrer letzten Atemzüge in seiner gelegen.

Seine Gedanken reißen ab, als eine junge Frau beginnt, an seiner Schulter zu rütteln. Ihre Lippen
bewegen sich, doch er kann sie nicht hören. Sie ist schön, erinnert ihn an seine Martha, als sie noch
jung und voller Leben war. Mit den kurzen roten Haaren und den Sommersprossen im Gesicht. So
viel gelacht hatte sie.

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Maria Goldenberg, 7B

Bewegt. In die falsche Richtung.

Hey, schau mich an!
Lass den Kopf nicht hängen, bitte nicht…
Atme. (ein, aus)
Der Boden unter meinen Füßen bebt.
Ein Baum fällt und mit ihm die letzte Blüte der Sonnenblume in meiner Hand.
Neiiiin. Noch ein Baum fällt.
Ich kann den Himmel nicht mehr sehen. Nur mehr sterbende Äste.
Sie ächzen.
Zittern.

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